17. Oktober
Machuca
Ruhetag
(C) Es ist eine unruhige Nacht, hier auf über 4000m! Eigentlich ist es sehr still und unser Zimmer ist auch angenehm warm, aber die Höhe lässt uns immer wieder aufwachen. Ich trinke über Nacht fast einen ganzen Liter Wasser.
Ab 8 Uhr ist das Personal wieder in der Gaststätte und wir machen uns gleich auf, um dort zu frühstücken. Üppig geht anders, aber mit Empanada, Semmel, Ei und Tee sind wir ganz zufrieden.
Gegen 10 Uhr machen wir uns auf zu einer Wanderung an der wunderbaren Lagune entlang. Es sind jetzt schon Horden von Touristen unterwegs, die mit Bussen hier ankommen, etwas essen und dann noch kurz an der Lagune anhalten, um Flamingos und anderes Wassergetier zu fotografieren. Einen wunderbaren Aussichtspunkt etwas oberhalb haben wir ganz für uns alleine; die Mühen des Aufstieges scheuen alle außer uns. Wir schlendern noch fast zwei Stunden am Wasser entlang und genießen Sonne, Ausblick, Erholung.
Danach probieren wir die vollkommen überteuerten kulinarischen Highlights des Ortes, Lamaspieße, und ruhen uns ausgiebig aus. Faul sein ist ja die heutige Hauptaufgabe!
Nachmittags mache ich mich noch einmal auf eine kleine Wanderung, während der Daniel das gute WLAN in der Gaststätte nutzt. Danach sind wir wieder vollkommen alleine hier im Ort! Wir planen noch gemeinsam die weitere Fahrt, Essen zu Abend und lassen den Abend mit Packen und Lesen ausklingen.












Terasse vor unserem Zimmer
Das Hauptgebäude, das wir ab 16 Uhr ganz für uns allein haben!
hier wohnen hunderte Flamingos, Enten, Gänse etc.
auch andere nette Vögelchen geraten unter unsere Linse












Wanderung am Vado de Machuca
und überall blühende Büsche!
Mehr Flamingos, davon 3 verschiedene Arten
Eindrücke von meiner Wanderung am Nachmittag






16. Oktober
Guatin – Machuca
23,4km, 945HM, 3:41h Fahrzeit
(D) Die Nacht ist kalt, aber unsere neuen Schlafsäcke bewähren sich. Auch nach Sonnenaufgang zögern wir noch, das warme Nest zu verlassen. Erst als die Sonne das Zelt erreicht, machen wir uns an den Aufbruch. Conni bereitet das Frühstück, während ich das Zelt abbaue. Schnell wird es wärmer und wir wechseln in die Radelklamotten. Dann packen, alle Taschen und die Fahrräder vom Flussufer hochtragen und die Räder bepacken. Am Kiosk kaufen wir noch 2 Liter Wasser, und dann geht es los. Allerdings nur für einen Kilometer, denn dann kommen wir an einem reizenden alten Mann vorbei, der einen Straßenstand aufgebaut hat. Wir bestellen Kaffee und 2 Empanadas, da unser Frühstück doch eher spärlich ausgefallen war. Auf beides müssen wir eine ganze Weile warten, aber genießen es dann sehr.
Kaum wieder auf den Rädern, geht es böse bergauf, und für die nächsten 17 Kilometer wird es nicht besser. An der extremsten Stelle steigt die Schotterpiste 19% an. Wir kämpfen ab dem Start, immer kürzer werden die Abstände zwischen den Pausen und immer wieder müssen wir schieben. Die Anstrengung von gestern steckt uns noch in den Knochen und wir kommen in immer größere Höhen. Nur selten kommen wir aus dem ersten Gang heraus. Aber die Landschaft wird immer schöner und motiviert uns, genauso wir die vielen Autofahrer, die uns ihr Wasser anbieten. Ein Chilene, Marcelo, schenkt uns 1,5 Liter Cola, ratscht mit uns, gibt uns Tipps, wie wir in Machuca ein Zimmer finden können und bietet uns seine Hilfe für unsere Zeit in Chile an; er ist Reiseunternehmer.
Als mittags der Westwind aufkommt, ist die Weiterfahrt kaum noch zu schaffen. Nur die Aussicht auf ein Zimmer mit Bett und Dusche bringt uns weiter. Wir haben schon beschlossen, dass wir einen Pausentag machen wollen, eher sogar müssen, denn der weitere Weg ist kaum weniger steil, es geht nochmal 400HM weiter rauf und wir sind wirklich platt!
Nach 18 Kilometern, für die wir unglaubliche 3,5 Stunden gebraucht haben, erreichen wir den höchsten Punkt mit 4.082m. Von hier haben wir noch fünf Kilometer bis Machuca, aber die rollen wir bergab und in der Ebene, vorbei an hunderten Flamingos, und fiebern der Chance auf Bett und Pausentag entgegen. Und tatsächlich klappt es mit den Tipps von Marcelo: wir bekommen ein perfektes Zimmer mit großem Bett, Heizung und heißer Dusche und obendrauf ein Abendessen, dass wir allerdings schon um 16 Uhr serviert bekommen, da dann die gesamte Besatzung der Station ins Tal nach San Pedro fährt, wo sie wohnen. Für uns ist die Vorstellung total absurd, dass diese Leute jeden Tag die 45 Schotterkilometer und fast 2.000 Höhenmeter zur Arbeit und zurück fahren, die wir uns in zwei Tagen hinaufgekämpft haben!
Conni hat von der Höhe leider starke Kopfschmerzen und zieht sich früh ins Bett zurück, und ich arbeite noch ein Wenig am Blog.














Nach der Empanada ist vor dem Anstieg.
in diesem Canyon machen wir eine kurze Pause und ich (Conni) wandere rein
Im Hintergrund verschneite Berge und ein toller Blick nach unten versüßen die nötigen Verschnaufspausen










Unten baden Menschen im lauwarmen Thermalwasser
Die Landschaft ist erstaunlich abwechlungsreich, mal rote Felsen, dann wieder grünes Kraut
Hier an einer Senke liegt Machuca und der dazugehörige Vado
Mehr Esel als Kamele auf dem Weg!
Endlich geht es runter: Machuca kommt in Sicht!


15. Oktober
San Pedro de Atacama nach Guatin
21,8km, 807HM, 3:01 Stunden
(C) Wir schlafen bis um 7 Uhr und frühstücken ausgiebig, da wir wissen, dass es für die nächsten Tage das letzte große Frühstück sein wird. Mit allen weiteren Packaktivitäten, Kontrolle des Zimmers (ist auch wirklich nix liegen geblieben?) und Verabschieden ist es dann doch schon halb zehn bis wir auf der Straße sind. Der Wind bläst sanft aus Süd, also von hinten, und die Steigung geht erst mal moderat los bei 1-2 Prozent. Wir kennen die Strecke schon, weil wir sie schon am Dienstag zum Akklimatisieren abgeradelt sind, allerdings bei bedecktem Himmel und ohne Gepäck. Beides macht einen Riesenunterschied!
Die Landschaft, die schneebedeckten Berge, alles schaut heute bei Sonnenschein so viel schöner aus! Gleichzeitig kommen wir mit unserem Riesengepäck schon bald ins Schwitzen und Schnaufen! Nach den ersten sanften Kilometern geht es richtig los: Steigungen bis zu 12% und stellenweise schlechter Waschbrettschotter zwingen uns des Öfteren zu Pausen, auch einzelne, sehr kurze Schiebepassagen lassen sich nicht vermeiden. Insgesamt ist die Stimmung aber gut, und die Straße ist auch in weiten Teilen sehr gut fahrbar. Viele der Touristenbusse, die um diese Uhrzeit vom Geysir zurückfahren, winken und feuern uns an, ein netter Chilene, der mit dem Auto an uns vorbeifährt, füllt uns unsere halb leergetrunkenen Wasserflaschen wieder auf.
Wegen der Höhe und einfach weil es der erste richtige Fahrtag ist, haben wir uns „nur“ die Fahrt nach Guatin auf 3200m vorgenommen. Für die 21km brauchen wir dann auch satte 3 Stunden und sind um 13 Uhr in Guatin angekommen auch sehr froh, für heute nicht weiter zu müssen!
Wir fahren zum Fluss hinunter, wo es einen kleinen Kiosk und Toiletten gibt. Die nette Betreiberin verkauft uns Cola und Wasser und „erlaubt“ uns am sandigen Ufer zu zelten.
Dort ist es geradezu paradiesisch! Es kommen einige Touristen hier her, um das Kaktustal zu besuchen, dass der Fluss in die Felsen schneidet. Die namensgebenden Kandelaberkakteen ragen hübsch malerisch von den Felswänden auf. Wir suchen uns den schönsten Ort am Ufer aus, der ein bisschen versteckt hinter zwei Büschen ist. Hier bauen wir unser Zelt auf, wandern ein bisschen, dösen im Schatten und lassen den Tag vergehen, bis es etwas abgekühlt ist. Wir werfen den Campingkocher an, kochen uns leckere Nudeln, betrachten Sonnenuntergang und Sternenhimmel und krabbeln dann glücklich in unser Zelt. Schlafen klappt wegen der Höhe zumindest bei mir leider nicht optimal, ich wache alle halbe Stunde auf.
















Gut, dass im Fluss eh kein Wasser war!
ein erster Stopp zum Schnaufen
Kokatee hilft beim Aufstieg
...suchen uns den besten Spot...
...und snacken in der Mittagshitze.












Wir folgen dem Wasser...
Conni schaut sich das Valle de los Cactus an,...
Dann erwandern wir die Umgebung
...dann bauen wir das Zelt auf, kochen, essen und lassen den Tag ausklingen.
12. bis 14. Oktober
San Pedro de Atacama
ca. 70 km im Ort und in der Umgebung
(D) Wir bereiten uns Guacamole, Spiegeleier und Tee in der sympathischen Gemeinschaftsküche, und dann machen wir uns auf den Weg, den Ort zu erkunden und nach einem Schlauch für den Wasserfilter zu suchen. Keine der drei Ferreterias von San Pedro führt einen passenden Schlauch, und alle sind sich einig, dass man den sicher in Calama bekommen wird. Also beschließt Conni, morgen den Bus nach Calama zu nehmen. Den heutigen Tag verschönern wir uns, indem wir in die Garganta del Diablo radeln, eine ganz eng in Felsen eingeschnittene Schlucht, die man komplett durchradeln kann. Zunächst zögern wir, weil es 5.000 Pesos pro Person Eintritt kosten soll. Aber dann entdeckt Conni, dass für „Menschen im dritten Alter“, also für mich, der Eintritt nur 1.000 Pesos beträgt. Das gibt den Ausschlag, und wir haben wirklich großen Spaß beim Durchfahren der Schlucht!
Für den nächsten Tag planen wir eine morgendliche Akklimatisationstour in das 23km entferntes Dorf Guatin auf 3.200m. Für die geschotterte Strecke brauchen wir 2:40h. Während der ganzen Fahrt warten wir darauf, dass die Wolkendecke über uns der Sonne Platz macht. Aber die Grenze des blauen Himmels hält sich beharrlich etwa einen Kilometer westlich von uns und lässt uns im Schatten frieren. Wir waren nicht schlau genug, uns eine Jacke einzupacken, und dafür büßen wir dann besonders auf der Rückfahrt ins Tal. Denn wie mit umgelegtem Schalter bläst plötzlich der Westwind kräftig bergauf, im Wechsel von vorn oder von der Seite. Dann fahren wir teilweise im Schritttempo, um nicht in die überholenden Autos gedrückt zu werden. Endlich im Tal, sind wir ziemlich platt, und Conni verschiebt die Fahrt nach Calama auf morgen. Nach einem Schläfchen schlendern wir durch den Ort, bringen Kleidung zur Wäscherei, kaufen Kokablätter und -Bonbons, essen Empanadas und trinken Kaffee.
Die dichte Bewölkung löst sich den ganzen Tag nicht auf, im Gegenteil. Am Abend sind die hohen Berge, in die wir die nächsten Tage radeln wollen, komplett eingepackt in schwarze Wolken, und wir beginnen, uns Sorgen zu machen nach den Erfahrungen von heute.
Am nächsten Tag fährt Conni nach Calama, wo sie nach vielen Stunden im allerletzten Baumarkt tatsächlich einen passenden Schlauch bekommt, 10 Meter lang, der wird wohl reichen! Ich habe einen faulen Tag, checke die Räder, mache ein paar Einkäufe und hole die Kleider aus der Wäscherei.
Die Berge waren den Tag über in dicken Wolken verborgen, die sich am Abend zurückziehen und tief verschneite Gipfel offenbaren. Wir werden morgen spontan entscheiden müssen, ob wir uns trauen, aufzubrechen. Einstweilen arbeiten wir an diesem Blog.












San Pedro de Atacama ist eine Oase mit Wasserläufen überall
Ausflug in einen Canyon: hier muss man überall Eintritt bezahlen
In der Teufelsschlucht: hier dürfen wir überall radeln!
Spatzen in San Pedro, Hauptplatz
Rote Felsen mit grünem Bewuchs ist unsere Lieblingslandschaft
Nochmal das Suchspiel: wer findet Daniel? (Ganz hinten winkt er!)














Manchmal ganz schön schattig hier!
Zurück am Fluß: ein schöner Ausflug!
...und Steilstufen
Der Rückweg in der Schlucht mit Gegenwind...
Außer Eseln gibt es nicht viel zu sehen, leider auch keine Sonne!
Es geht nach Guatin, zum Akklimatisieren und mal die Lage ausspähen
Der 2. Tag mit einem weiteren Ausflug, leider nicht mit der richtigen Ausrüstung










hier gibt es ziemlich viele davon
Der Himmel ist leider nicht so blau wie erhofft
Den Hunden gehts hier auch ganz gut
hier lässt es sich aushalten
neugierige Vincunas


Auch im Hof gibt es gemütliche Ecken
Küche im Hostal


11. Oktober 2026
Calama nach San Pedro de Atacama
102km, 1.390HM, 7:40h Fahrzeit
(D) Weil wir ahnen, dass uns dieser Tag alles abverlangen wird, stehen wir um 5:30h auf, schlagen uns den Bauch voll und sind um 7 Uhr auf der Straße. Mit den Einkäufen von gestern fühlen sich die Räder nochmal schwerer an.
Kaum aus der Stadt, beginnt die Straße zu steigen. Statt des versprochenen Westwindes packt uns ein frischer Gegenwind. Trotz Sonntagmorgen ist einiger Verkehr, der Straßenrand ist von Müll, Scherben und Bauschutt geprägt. Durch diese Szenerie quälen wir uns mit knapp 10 km/h vorwärts. Auch nach einer Stunde ist Calama im Rückspiegel noch präsent. Schon bald beginnen wir beide, im Kopf Horrorszenarien zu malen. Die Strecke steigt bis km62 an, wird dabei langsam immer steiler, und der höchste Punkt liegt auf über 3.400m, mehr als 600m über dem höchsten Straßenpunkt der Alpen. Unsere Körper sind an solche Höhen natürlich überhaupt nicht angepasst. Das können wir nie schaffen!
Wir sind schon ziemlich verzweifelt, als nach mehr als zwei Stunden der Wind einschläft. Wir werden zwar nicht schneller, da die Straße steiler wird, aber zumindest auch nicht langsamer. Ganz zaghaft, nach und nach, spüren wir dann einen sanften Hauch von hinten. Mit jedem Kilometer wird die Straße jetzt steiler und der Wind stärker. Als wir nach fast sechs Fahrstunden am höchsten Punkt ankommen, ist daraus fast ein Sturm geworden. Wir sind komplett fertig, aber glücklich, und rollen, vom Wind umtost, 1.000 Höhenmeter ins Tal.
Jetzt noch der kleine Schlussanstieg, 170HM auf 8 km. Unser Freund, der Westwind schiebt uns wieder kräftig an – bis dann die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist und wir über eine grobschottrige Umleitung geführt werden. Der Wind beschießt uns jetzt mit feinem Sand. Irgendwann wird die Strecke einspurig, und natürlich sind wir so langsam, dass der Gegenverkehr schon kommt und uns an den Rand drückt.
Aber schließlich, nach fast zehn Stunden, erreichen wir San Pedro und unsere schöne Unterkunft. Mehr als duschen, ein Wenig schlafen und fett zu Abend essen geht nicht mehr, aber wir sind sowas von glücklich und stolz, dass wir diese Etappe geschafft haben!














Aufbruch: es ist noch kühl!
Rückblick auf Calama
Windräder ergeben hier viel Sinn!
Manchmal fließt auch in der Wüste Wasser
Abfahrt!
Erster Blick auf die fernen Vulkanketten
Der Blick auf die Berge Richtung Paso de Jama nach Argentinien
Es gibt einige wenige Blüten
Rastplatz im Schatten einer Andachtstätte






(D) Wir betreten chilenischen Boden. Nach wenigen Schritten sind wir an der Gepäckausgabe, die schon läuft und nach gefühlten Sekunden unsere Packsäcke bringt. Im nächsten Moment geht eine Tür auf, durch die unsere Fahrradkartons reingeschoben werden. Also auf den Gepäckwagen aufgepackt und raus! Da der letzte Flug ein Inlandsflug war, gibt es auch keine Kontrolle mehr. Zehn Minuten am Boden und wir stehen auf der Straße vor dem Flughafen.
Nach 40 Stunden, in denen wir eingesperrt waren und so viele Probleme lösen mussten, habe ich keine Lust, ein Taxi zu suchen, das zwei fette Kisten, drei Packsäcke und uns die wenigen Kilometer zum Hotel bringt, zumal es noch zu früh ist, um dort einzuchecken. Also suchen wir uns ein Eckchen im Schatten und beginnen, die Räder zusammenzubauen und aus dreiRiesensäcken acht Satteltaschen und zwei Packsäcke zu machen. Das dauert seine Zeit. Aber schließlich geht es los, und wir fahren über miserable Straßen mit höllischem Verkehr in die Stadt. An einer Kreuzung stehen als Kunst am Bau ein Bagger und ein Lastwagen in XXXXL; Calama lebt vom Bergbau. Das sehen wir auch an unserem Hotel, in dessen Hof Dutzende Trucks der Minenarbeiter parken.
Wir beziehen unser schönes großes Zimmer, duschen und legen uns für ein Nickerchen ins wunderbare Bett. Kurz nach neun Uhr schrecken wir dann auf, eilen ins Restaurant für unseren leider unleckeren Begrüßungswein und einen sehr leckeren Hamburger und wandern anschließend erschöpft zurück ins Bett.
Wegen der Zeitverschiebung und exzessivem Schlafen am Vortag sind wir lange vor Sonnenaufgang wach. Zufrieden, dass ein weitgehend freier Tag vor uns liegt, rollen wir noch ein Wenig im Bett herum und gehen dann zum großartigen Frühstücksbuffet. Dann machen wir uns auf die Suche nach chilenischen SIM-Karten, was ohne chilenischen SIM-Karte nicht ganz leicht ist. Aber Connis inneres Ortungssystem, gepaart mit ihrem guten Spanisch, braucht nur etwa eine Stunde für diese Aufgabe. Mit frischem Google Maps finden wir dann einen riesigen Supermarkt, in dem wir uns mit 7 oder 8kg Essensvoräten eindecken. Beladen fahren wir ins Hotel zurück. Dort gönnen wir uns im Restaurantgarten einen Pisco Sour (Traubenschnaps mit Limettensaft und Zucker), was zwingend in Mittagsschlaf mündet.
Später fährt Conni nochmals los, um mehr Datenvolumen, Geld und Trockenfrüchte zu beschaffen. Dann verteilen wir das neue Gewicht und packen unsere Taschen für die lange Etappe nach San Pedro. Dabei entdecken wir dann ein gravierendes Problem: wir haben zu unserem Wasserfilter den Ansaugschlauch zu Hause vergessen. Auch verzweifeltes Auspacken aller Taschen fördert ihn nicht zu Tage. Es ist ganz klar: wir müssen zwingend einen neuen Schlauch oder einen ganzen Filter beschaffen.
Noch ein Besuch im Restaurant, und dann schlafen wir.
9. und 10. Oktober 2026
Calama
12 km durch die Stadt












Vom Auspacken...
...über Aufbauen....
....zum Losradeln!
Calama ist eine Minenstadt
Kaum zu glauben: hier in diesem Straßenverkauf kann man sein Telefon aufladen!
Parkplatz am Hotel: hier wohnen vor allem Minenarbeiter
herrlich chilenisch: Pisco Sour


(C) Heute ist es endlich so weit: es geht los! Wir sind um 5 Uhr wach, frühstücken und verabschieden uns von Kindern und Mitbewohnern. Schon am Bahnhof tritt das erste Hindernis auf: Armin, der uns dankenswerterweise die in Kartons verpackten Fahrräder zum Bahnhof fährt, wird der Weg von einem geparkten Auto versperrt und er verspätet sich. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig in den Zug zum Flughafen.
Am Flughafen dann der erste richtige Schock: Unser Flug ist überbucht, unsere Sitzreservierung hinfällig, wir werden hingehalten und erfahren erst 10 Minuten vor dem Einsteigen, dass wir überhaupt an Bord dürfen.
Die Landung bringt den nächsten Tiefschlag: Irgendwas am Flugzeug qualmt, alle müssen schnell in einer Notfallevakuierung das Flugzeug verlassen. In der Eile vergesse ich meinen Pulli auf dem Sitz. Dies fällt mir erst auf, als wir schon im Flughafengebäude sind. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um ihn zurückzubekommen, vergeblich. Ich erhalte nur frustrierende Motzansagen der Sorte „selber schuld“ und angeblich wurde nirgendwo irgendwas gefunden. Bei meiner Rundtour durch die Instanzen erfahre ich allerdings etwas anderes: Wir wurden von der Passagierliste der folgenden Flüge gestrichen, warum auch immer. Ein zugegebenermaßen sehr freundlicher Mitarbeiter von Iberia bucht uns wieder ein, allerdings sind jetzt auch hier alle Sitzreservierungen weg, wir müssen sehr lange kämpfen, dass wir wenigstens nebeneinander sitzen dürfen.
Der Flug über den Ozean vergeht dann einigermaßen ereignislos. Lange fliegen macht einfach keinen Spaß! In Santiago angekommen, erwarten uns jede Menge Bürokratie, sehr langes Warten auf Gepäck, endlose Zollkontrollen. Erst nach 2,5 Stunden ist endlich alles erledigt und wir können uns zu unserem Anschlussflug aufmachen. Hier begehe ich einen schweren Fehler: In dem Glauben, wir hätten noch ewig Zeit, bestehe ich auf einen Morgenkaffee, und als wir beim Trinken desselben die Zeit endlich realisieren, ist es schon fast zu spät: wir müssen richtig rennen und kommen buchstäblich in der letzten Sekunde an! Eigentlich ist das Gate schon geschlossen, wir werden gerade noch durchgelassen. Ich sitze wie betäubt im Flieger und kann noch gar nicht realisieren, dass wir es doch noch geschafft haben!
8. Oktober 2026
Wir sind wieder unterwegs!
Im Zug nach München
Flughafen Madrid




Chile - Atacama-Wüste
Daniel Wedekind
10/16/202617 min read